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EU-Forschungsprojekt zu Graphen-Bauelementen startet in 2008
26. February 2008, Quelle: AMO GmbH
Ist Graphen ein realistischer Kandidat für zukünftige nanoelektronische Anwendungen? Einige Antworten auf diese entscheidende Frage versucht das Europäische Forschungsprojekt "Graphene-based Nanoelectronic Devices", abgekürzt "GRAND”, zu geben. Das Projekt startete am 01. Januar 2008 und wird durch die AMO GmbH in Aachen, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Nanotechnologie, koordiniert. Die Partner des Konsortiums sind neben der AMO GmbH, das italienische Nanoelektronik-Netzwerk IUNET, CEA-LETI aus Frankreich, das Tyndall National Institute (Irland), die Cambridge Universität (UK) und ST Microelectronics (Frankreich).
Die Silizium-Halbleiterindustrie bildet die Basis heutiger High-Tech Märkte. Durch kontinuierliche Miniaturisierung von Komponenten und einhergehender Kostenreduktion hat sie andere Industrien in den letzten Dekaden beflügelt. Die Halbleiterindustrie steht allerdings zunehmend vor fundamentalen Problemen, da der historische Trend der Miniaturisierung von Siliziumbauelementen in ca. 10-15 Jahren an seine Grenzen stoßen wird. Eine der größten Herausforderung besteht daher darin, Alternativen zur existierenden Silizium-CMOS-Technologie für die zukünftige Informationsverarbeitung und Speicherung zu finden, einer „Beyond CMOS“ Technologie. Graphen - mit Betonung auf der zweiten Silbe – besteht aus einer atomaren Monolage Kohlenstoff und wird derzeit aufgrund seiner hervorragenden elektronischen Eigenschaften als viel versprechender Kandidat für diese „Beyond CMOS“ Zeit gehandelt. Auf der Anwenderseite scheinen durch Graphen enorme Stiegerungen der Rechnergeschwindigkeit, der Funktionalität und auch der Kommunikationsgeschwindigkeit möglich.
Die GRAND Projektpartner untersuchen das „Beyond CMOS“-Material Graphen im Nanometermaßstab für Schalter und lokale Verbindungen (Interconnects). Das Konsortium verfügt über ein umfassendes wissenschaftliches und industrielles Hintergrundwissen im Bereich nanoelektronischer Bauelemente, sowie jahrelange Erfahrung mit Kooperationen auf europäischer Ebene. Die einzelnen Partner tragen Wissen und Erfahrung im experimentellen, analytischen und theoretischen Bereich bei, mit jeweils international anerkannter Exzellenz auf ihrem speziellen Gebiet. Der Koordinator AMO (DE) setzt seine flexible Nano-CMOS Prozessplattform ein, um Schalter und Verbindungen aus Graphen im Nanomaßstab herzustellen. Der Partner IUNET (IT) trägt durch seine ausgewiesene Expertise im Bereich der Bauelement-Modellierung und Simulierung bei. CEA-LETI (FR) fokussiert seine Forschung auf die großflächige Graphenherstellung, während die Nanotechnologiegruppe des Tyndall National Institutes (IE) über eine ideale Infrastruktur für die gerichtete Deposition von Graphenkristallen und deren Funktionalisierung verfügt. Die Halbleiterphysikgruppe der Universität Cambridge (UK) stellt einen idealen Partner für die Detailanalyse und die Charakterisierung von Graphen Bauelementen bei niedrigen Temperaturen und der Industriepartner ST Microelectronics (FR) gewährleistet den Focus auf zukünftige Anwendungen und die industrielle Relevanz der Forschung.
Das GRAND Projekt wird von der Europäischen Kommission (EC) innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms, “Future and Emerging Technologies, Proactive Initiative: Nano-Scale ICT Devices and Systems” unter der Vertragsnummer 215752 gefördert (www.cordis.europa.eu/fp7/ict/fet-proactive/nanoict_en.html). Das Projekt ist komplementär zum BMBF geförderten NanoFutur-Projekt „ALEGRA“ aufgestellt (www.alegra.info).
Weitere Details zu den Zielen des Projektes und den Projektpartnern finden Sie auf der Projektwebseite www.grand-project.eu.












