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PlasmaNews Ausgabe Dezember 2006
Verbundprojekt: Desinfektion, Entkeimung und biologische Stimulation der menschlichen Haut durch gesundheitsfördernde Licht- und Plasmaquellen (BioLiP)
Ziel des Verbundvorhabens »BioLiP« ist es, neuartige Licht- und Plasmaquellen für dermatologische Behandlungen zu erforschen. Diese sollen dem Anwender eine überlegene und kostengünstige Alternative bzw. Ergänzung zu der bislang üblichen Verwendung von Pharmazeutika bieten, die - wie z. B. bei kortisonhaltigen Produkten oder bei Verwendung von Antibiotika - oft mit Nebenwirkungen verbunden sind.
Zentrales Thema des Projekts ist die Erforschung selektiver Licht- und Teilcheneinwirkungen auf menschliche Haut bzw. Hautzellen. Diese werden auf eine gezielte Verbesserung von Hautfunktionen sowie eine positive Beeinflussung der Hautalterung und Wundheilung hin untersucht. Dies beinhaltet die Erforschung von Wirkungen angeregter bzw. reaktiver Gasspezies in Kombination mit Licht- und Stromflüssen auf menschliche Haut, die für die Behandlung von Krankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte nutzbar gemacht werden könnten.
Die zu untersuchenden Plasmaquellen basieren einerseits auf dem Prinzip der Barrierentladung in Luft, wobei die Haut als Gegenelektrode fungiert. Die hierbei nutzbaren Effekte setzen sich aus einer Applikation von niedrigem Reizstrom mit besonders kurzen Strompulsen, einer geringen Bestrahlung im ultravioletten Wellenlängenbereich sowie aus angeregten bzw. reaktiven Gasspezies zusammen. Diese Quelle wird von den Partnern CINOGY GmbH (Duderstadt) und Dikon GmbH (Göttingen) aufgebaut und erforscht. Grundlegende physikalische Untersuchungen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Institut IMAPH der Fachhochschule an der HAWK Göttingen.
Andererseits kommt eine neuartige Atmosphärendruck-Plasmaquelle auf der Basis eines Arrays von Mikrohohlkathodenentladungen zum Einsatz, die von den Partnern Aurion Anlagentechnik GmbH (Seligenstadt) und dem Ferdinand-Braun Institut für Höchstfrequenztechnik (Berlin) aufgebaut und untersucht wird. Im Unterschied zur ersten Quelle werden hier grundlegend andere Radikale und Strahlungsspektren erzeugt.
Die Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien (Aachen) erforscht und charakterisiert neuartige Lichtquellensysteme bzw. –module mit maßgeschneiderten Spektren. Diese basieren auf Gasentladungs- und Halbleitertechnologien.
Die physikalische Charakterisierung der Licht- und Plasmaquellen, wie z. B. die Messung von absolut kalibrierten Licht- und Teilchenflüssen, erfolgt beim Institut für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum der Aktivitäten stehen die Abteilung für Immunbiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie die Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie des Universitätsklinikums Aachen. Hier werden die genannten Licht- und Plasmaquellen auf ihre biologische Wirksamkeit in Zellen der humanen Haut hin untersucht. Ein Schwerpunkt ist dabei die Analyse der Auswirkungen von Licht- und Teilchenstrahlung auf die Physiologie humaner Hautzellen, wobei auch eingehende Untersuchungen zum Wundverschlussverhalten und der Narbenbildung durchgeführt werden. Hier kommt auch menschliches Probematerial zur Etablierung von Zellkulturen zum Einsatz. In Ergänzung zu diesen zellbiologischen Untersuchungen erarbeitet der Partner zell-kontakt GmbH (Nörten-Hardenberg) zusätzliche Dosis-Wirkungsbeziehungen mit dem Ziel, die therapeutische Breite dieser neuen Behandlungsverfahren zu ergründen.
Aufgrund des zu erwartenden breiten Funktions- und Wirkungsumfangs, insbesondere durch die Kombination von Licht- und Plasmateilchen, verspricht die lokale Plasmabehandlung eine ergänzende Therapieoption in der Dermatologie. Die Ergebnisse des Verbundprojektes dienen daher insbesondere als Grundlage für eine Fortführung der Arbeiten zu medizinischen Produkten mit breiten Anwendungsspektren.
Förderkennzeichen: Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Bekanntmachung »BIOPLAS« (2005), FKZ: 13N9088 bis 13N9094, gefördert.
Ansprechpartner
Koordinator: Prof. Dr. Matthias BornPhilips Technologie GmbH
Forschungslaboratorien
Weisshausstr. 2
D-52066 Aachen
Email: matthias.born@philips.com











